{"id":15798,"date":"2019-12-19T14:58:54","date_gmt":"2019-12-19T14:58:54","guid":{"rendered":"https:\/\/swat.io\/?post_type=swatio_wiki&#038;p=15798"},"modified":"2022-08-11T11:14:22","modified_gmt":"2022-08-11T09:14:22","slug":"shitstorms","status":"publish","type":"swatio_wiki","link":"https:\/\/swat.io\/de\/wiki\/shitstorms\/","title":{"rendered":"Shitstorms"},"content":{"rendered":"\n<p>Shitstorms sind ein <strong>Internet-Ph\u00e4nomen<\/strong>, bei dem eine Person, Firma oder Institution in kurzer Zeit \u00fcberdurchschnittlich viel Kritik, mitunter auch Beleidigungen erh\u00e4lt. Der Duden definiert das Ph\u00e4nomen als \u201eSturm der Entr\u00fcstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden \u00c4u\u00dferungen einhergeht\u201c. [1] Ein Shitstorm kann in Form von Kommentaren auf Blogposts, in den <a href=\"https:\/\/swat.io\/de\/wiki\/social-media\/\">sozialen Medien<\/a> oder an anderen Stellen im Internet auftreten, <strong>verl\u00e4sst aber \u00fcblicherweise nicht den digitalen Raum<\/strong>. Hinzu kommt, dass zumindest ein Teil der Kommentare und kritischen \u00c4u\u00dferungen das urspr\u00fcngliche Thema der Diskussion verlassen und aggressiver Natur sind. Bei schlechter Handhabung eines Shitstorms kann er in einem massiven Image-Schaden resultieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Begriff wurde im Jahr 2010 erstmals im deutschsprachigen Raum benutzt und zum &#8222;Anglizismus des Jahres 2011&#8220; gek\u00fcrt. Seitdem ist das Ph\u00e4nomen Objekt der Forschung geworden und essenziell f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/swat.io\/de\/wiki\/social-media-marketing\/\">Social-Media-Strategien<\/a> vieler Unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Merkmale von Shitstorms<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein weit verbreitetes Analysemodell charakterisiert einen Shitstorm anhand dreier Faktoren:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ausma\u00df<\/li><li>Persistenz<\/li><li>Seitenrelevanz<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Das Ausma\u00df beschreibt die <strong>gesteigerte Interaktion von Usern<\/strong> mit den Inhalten des Unternehmens im Vergleich zu \u00fcblichen Werten. Hat ein Unternehmen zum Beispiel normalerweise etwa 100 Kommentare innerhalb einer Woche und steigert sich dieser Wert im Zuge des Shitstorms auf 1000, so k\u00f6nnen hieraus nominale Werte \u00fcber das Ausma\u00df des Shitstorms abgeleitet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Persistenz beschreibt, <strong>wie lange der Shitstorm sich h\u00e4lt<\/strong>. Dies h\u00e4ngt unter anderem mit der Abrufbarkeit der Beitr\u00e4ge zusammen, die im Zuge des Shitstorms gepostet wurden. Mit Seitenrelevanz ist die Sichtbarkeit der Beitr\u00e4ge auf der Social-Media-Seite oder der Webseite gemeint. Hier nehmen auch Aspekte wie die Reichweite und das Google-Ranking einen Einfluss.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Typischer Ablauf von Shitstorms<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Ursachen f\u00fcr einen Shitstorm sind nicht immer leicht zu identifizieren, stehen aber oft im Zusammenhang mit <strong>mangelndem Service oder schlechtem Verhalten<\/strong> eines Unternehmens oder einer Person. Hierauf wird im Internet Kritik ge\u00fcbt. Reagiert das Unternehmen falsch auf diese Kritik, kann das einen Shitstorm beg\u00fcnstigen. Eine solche falsche Reaktion kann Schweigen, also ein Mangel an Reaktion auf die Kritik, das L\u00f6schen von kritischen Kommentaren, Drohungen oder herablassende \u00c4u\u00dferungen darstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Shitstorm breitet sich dann \u00fcber die Ursprungsplattform und weitere Plattformen aus. In besonders <strong>schlimmen F\u00e4llen k\u00f6nnen<\/strong> <strong>auch Offline-Medien<\/strong> wie Print-Magazine oder Fernsehen auf den Shitstorm aufmerksam werden. In jedem Fall flaut der Shitstorm mit der Zeit ab. Erst dann kann beurteilt werden, ob das Image des Unternehmens oder der Person nachhaltig Schaden genommen hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bedeutung von Shitstorms f\u00fcr das Social Media Marketing von Unternehmen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Vermeidung von Shitstorms ist inzwischen essenzieller Bestandteil der Social-Media- und allgemeinen Online-Strategie von Unternehmen. Dabei k\u00f6nnen allerdings <strong>nur teilweise klassische Modelle f\u00fcr das Krisenmanagement hinzugezogen werden<\/strong>, da sich bestimmte Vorgehensweisen, die au\u00dferhalb des Internets hilfreich sind, online als kontraproduktiv erweisen. Eine dieser Vorgehensweisen ist zum Beispiel das Schweigen, das im Zuge eines Online-Shitstorms oft zu noch heftigeren Reaktionen f\u00fchrt. [2]<\/p>\n\n\n\n<p>Als Gegenma\u00dfnahme empfiehlt sich vor allem ein l\u00fcckenloses <a href=\"https:\/\/swat.io\/de\/wiki\/social-media-monitoring\/\">Online-Monitoring<\/a>, damit kein kritischer Post ungesehen bleibt und eine schnelle Reaktion garantiert werden kann. Der Kundenservice sollte auf Kritik immer freundlich und auf Augenh\u00f6he reagieren. Sobald Kunden sehen, dass ihre Probleme ernst genommen werden, sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Shitstorms.<\/p>\n\n\n\n<p>Sind die Kritikpunkte von einer Art, auf die nicht objektiv eingegangen werden kann, nutzen viele Unternehmen das sogenannte <strong>Content Dumping<\/strong> als Strategie, um den Shitstorm abzuschw\u00e4chen. Dabei werden in kurzer Zeit viele neue Posts und Beitr\u00e4ge auf den sozialen Medien verbreitet, damit der Inhalt, der den Shitstorm ausgel\u00f6st hat, in den Hintergrund ger\u00e4t und weniger Reichweite erzielt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vor- und Nachbereitung von Shitstorms<\/h2>\n\n\n\n<p>Shitstorms sind ein ernstzunehmendes Ph\u00e4nomen im Online-Marketing, weswegen Unternehmen Strategien zur Pr\u00e4vention und Schlichtung bereithalten sollten. Wird ein Unternehmen Opfer eines Shitstorms, sollte nach dem Abflauen eine tiefgehende Analyse Aufschluss \u00fcber M\u00e4ngel in der Au\u00dfenkommunikation bringen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellenangaben<\/h2>\n\n\n\n<p>[1] <a href=\"https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Shitstorm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Shitstorm<\/a>, duden.de, abgerufen am 22.11.2019<br>[2] Philipp Rauschnabel: <a href=\"http:\/\/www.philipprauschnabel.com\/shitstorm-studie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eShitstorms\u201c: Wie sie entstehen und wie Unternehmen darauf reagieren (sollen)<\/a>, abgerufen am 12.11.2019<\/p>\n","protected":false},"featured_media":27366,"template":"","meta":{"footnotes":""},"swatio_wiki_category":[709],"swatio_wiki_tag":[],"class_list":["entry","entry--swatio_wiki"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/swat.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/swatio_wiki\/15798","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/swat.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/swatio_wiki"}],"about":[{"href":"https:\/\/swat.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/swatio_wiki"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/swat.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/swatio_wiki\/15798\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/swat.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/27366"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/swat.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15798"}],"wp:term":[{"taxonomy":"swatio_wiki_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/swat.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/swatio_wiki_category?post=15798"},{"taxonomy":"swatio_wiki_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/swat.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/swatio_wiki_tag?post=15798"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}