Pinterest Advertising Guide

Pinterest Advertising: Der ultimative Guide für Anfänger

Endlich ist es soweit. Nach langem Warten sind Pinterest Ads auch in Deutschland und Österreich verfügbar. Damit eröffnet die Bildersuchmaschine ganz neue Möglichkeiten, sich zum wirtschaftlichen Erfolg zu pinnen.

Hier gehen wir darauf ein, welche Anzeigenformate auf Pinterest verfügbar sind, wie sich verschiedene Kampagnenziele voneinander unterscheiden und wie du das Tracking von Pinterest Ads optimieren kannst. Außerdem erfährst du in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du neue Anzeigen aufsetzt, und erhältst Tipps für den erfolgreichen Start.

Warum du nicht auf Pinterest verzichten solltest

Instagram und Facebook, klar. Aber Pinterest? Immer noch ignorieren viele Unternehmen das Netzwerk in ihrer Social Media Marketing Strategie. Dabei zählte dieses im Herbst 2018 bereits 250 Millionen aktive User pro Monat, Tendenz steigend. Ein großer Teil der Nutzer hält gezielt nach Pins Ausschau, um sich für das Shopping inspirieren zu lassen. Und sogar diejenigen, die nicht danach Ausschau halten, lassen sich für Einkäufe inspirieren. Als Trafficbringer für den eigenen Onlineshop ist Pinterest nach eigenen Angaben sogar um 33 Prozent effektiver als Facebook.

Pinterest Traffic Shopping Sites
Pinterest ist ein Trafficbringer für deinen Onlineshop. (Quelle: Pinterest Business)

Ein Manko für deutsche und österreichische Firmen war bisher jedoch, dass bezahlte Pinterest-Anzeigen in beiden Ländern nicht verfügbar waren. Das ändert sich nun. Damit könnte schon bald ein Run auf die Bildersuchmaschine einsetzen.

Du bist neu auf Pinterest? In unserem Blogbeitrag “Pinterest Marketing 101: Das musst du für dein Unternehmen wissen” erhältst du alle Informationen, die du für einen erfolgreichen Einstand brauchst.

Überblick über verschiedene Anzeigenformate

Ähnlich wie auf anderen Plattformen gibt es auf Pinterest verschiedene Arten von Anzeigen. Gemeinsam haben sie, dass sie die eigene Reichweite erweitern, indem sie in Kategorie-Feeds, im Start-Feed und in Suchergebnissen der ausgewählten Zielgruppe erscheinen. Derzeit sind vier verschiedene Anzeigenformate verfügbar.

1. Promoted Pins

Promoted Pins stellen die Basisvariante von Pinterest-Anzeigen dar. Sie sehen aus wie gewöhnliche Pins, sind aber als Anzeige gekennzeichnet.

2. Promoted Video Pins

Das Videoformat ist auch auf Pinterest besonders erfolgreich. Außerdem können Inhalte in Filmclips ausführlicher dargestellt werden als in normalen Pins.

3. Promoted App Pins

Promoted Pin Apps richten sich speziell an Unternehmen, die eigene Apps vertreiben. Sie eröffnen die Möglichkeit, mit einem Klick auf die Anzeige die betreffende App herunterzuladen – ganz ohne Umwege.

4. Promoted Carousels

Das Karussell-Format dürfte allen, die sich schon einmal mit Facebook Ads beschäftigt haben, bekannt vorkommen. Dahinter verbirgt sich ein Pin mit 2 bis 5 Bildern beziehungsweise Karten. Durch diese können sich Nutzer direkt im Feed wischen. Oder sie tippen das Karussell an und sehen sich dann die einzelnen Bilder im großen Format an. Jedes Bild lässt sich mit einer eigenen Landingpage verknüpfen. Damit sind Karussell-Pins ideal, um mehrere Produkte oder Dienstleistungen in eine Geschichte zu verpacken.

Die Kampagnenarten

Das Auswählen eines Kampagnenziels entscheidet mit darüber, welche Pins zur Verfügung stehen und wie die Abrechnung abläuft:

  • Markenbekanntheit: Willst du deine Markenbekanntheit steigern, erfolgt die Abrechnung pro 1000 Impressionen.
  • Videoaufrufe: Dasselbe gilt, wenn du für die Steigerung der Brand Awareness Videos einsetzt.
  • Traffic: Im Vordergrund von Traffic-Kampagnen steht, Pinner auf deine Webseite zu bringen. Entsprechend zahlst du in diesem Fall pro Klick.
  • App-Installation: Geht es dir darum, dass möglichst viele Menschen deine App downloaden, ist eine Abrechnung pro Installation oder Klick möglich. Du hast die Wahl zwischen den beiden Optionen “Abgeschlossene App-Installationen” und “Traffic auf deiner Download-Seite”.

Diese Targetingmöglichkeiten gibt es

Pinterest Advertising Targeting
Pinterest gibt dir die Möglichkeit, Zielgruppen nach Interessen zu definieren.

Aktuell steht in Deutschland und Österreich eine begrenzte Zahl an Targetingmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Demografische Angaben: Wähle deine Zielgruppe nach Geschlecht, Standort und Sprache aus.
  • Interessen: Indem du Themen hinzufügst, die mit deiner Marke bzw. deinen Produkten in Verbindung stehen, werden deine Ads Pinnern ausgespielt, die sich in der Vergangenheit für entsprechende Pins interessiert haben. Dabei kannst du jeweils ein übergeordnetes Thema wählen, zum Beispiel “Gesundheit” und dann untergeordnete Themen wie “Diät und Ernährung” oder “Gewichtsverlust”.
  • Keywords: Die Option Keywords dient dazu, User zu erreichen, die nach bestimmten Begriffen auf Pinterest suchen. Verschiedene Übereinstimmungstypen machen die Eingrenzung präziser. Zusätzlich kannst du negative Keywords formulieren und so Begriffe ausschließen.
  • Remarketing: Über ein Remarketing lassen sich Kunden ansprechen, die schon einmal Kontakt mit deinem Unternehmen bzw. seinen Inhalten hatten. Zur Auswahl stehen momentan E-Mail Kundenlisten, Webseitenbesucher, User, die mit Pins deines Unternehmens interagiert haben und Nutzer mit einer hohen Ähnlichkeit zu wertvollen Zielgruppen (Act-Alike-Audience).
  • Geräte: Wähle aus, ob du deine Anzeige auf allen Geräten ausspielen willst oder nur auf bestimmten (zum Beispiel iPad, Web oder Android Mobile).

Ein Targeting nach Alter ist aktuell nur in den USA möglich.

Ob auf Pinterest, Facebook oder Instagram, je besser du deine Zielgruppe verstehst, desto erfolgreicher ist das Marketing. Lade dir jetzt kostenlos unser eBook “Die Psychologie des Social Media Marketings” herunter und lerne, wie du deiner Zielgruppe das gibst, was sie sich wünscht.

Kampagne erstellen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Du hast dich dafür entschieden, Pinterest Ads einzusetzen? Voraussetzung dafür ist ein Business Account. Dieser lässt sich mit wenigen Klicks einrichten. Um eine Kampagne zu starten, gehst du folgendermaßen vor:

  • Gehe im Ads Manager oben links auf “Anzeigen” und dann auf “Anzeigen erstellen”. Alternativ kannst du rechts oben auf “+” klicken.
  • Entscheide dich für ein Kampagnenziel.
  • Wähle über das Suchfeld eine schon existierende Kampagne oder gib den Namen einer neuen ein.

Pinterest Advertising Kampagnendetails

Wenn du ein Karussell-Format bevorzugst, kannst du dies schon zu Beginn festlegen.

  • Über “Tagesbudget” oder “Laufzeitbudget” hast du die Möglichkeit, ein Ausgabenlimit festzulegen. Dieser Schritt ist optional.
  • Mit einem Kreuz bei “Kampagne pausieren” kannst du die Kampagne im angehaltenen Zustand erstellen.
  • Wähle eine bestehende Anzeigengruppe aus oder erstelle eine neue.
  • Grenze deine Zielgruppe ein. Über “Eine neue Zielgruppe erstellen” kannst du zum Beispiel Mitglieder deiner Kundenliste ansprechen.
  • In Bezug auf die Platzierung von Anzeigen ist bei Pinterest standardmäßig “Alle” eingestellt. Alternativ hast du die Wahl zwischen “Browsen” und “Suchen”. Im ersten Fall erscheint deine Anzeige im Start-Feed und wird bei den verwandten Pins angezeigt, im zweiten Fall in Suchergebnissen und verwandten Pins. Grundsätzlich eignet sich “Browsen” besser für das Targeting nach Interessen und “Suchen” besser für das Targeting auf Basis von Keywords.
  • Anschließend kannst du Interessen und Keywords hinzufügen. Für optimale Ergebnisse empfiehlt Pinterest, mindestens 25 Keywords anzugeben.
  • Gib Budget und Zeitplan ein. Während das “Daily Budget” das tägliche Ausgabenlimit setzt, setzt das “Lifetime Budget” die Obergrenze für die gesamte Laufzeit.
  • Bei “Optimierung” und “Zustellung” gibst du ein maximales Gebot an. Ein Kreuz bei “Beschleunigt” statt “Standard” ermöglicht eine schnellere Nutzung des Budgets. Dann kann es zwar passieren, dass dieses schon vor Ende der Laufzeit erschöpft ist. Überschreiten wird es Pinterest nicht. Eine Überlegung wert ist diese Option, wenn du in kurzer Zeit viel Wirkung erzielen willst.
  • Schließlich wählst du Pins für deine Kampagne aus beziehungsweise erstellst extra dafür neue. Diese stattest du noch mit Namen und URL aus. Beachte dabei, dass es sich nicht um Pins handeln darf, die auf geheimen Boards gespeichert sind oder Videos bzw. GIFs von dritten Parteien zeigen.

So funktioniert das Gebotssystem von Pinterest

Entscheidend für die Anzeigenauslieferung auf Pinterest ist, wie auf Facebook, eine Auktion. Dabei gewinnt nicht immer das höchste Gebot den begehrten Werbeplatz. Denn es gibt noch zwei andere Faktoren, die für den Zuschlag ausschlaggebend sind:

  • Die Erfolgsaussichten der verschiedenen Anzeigen.
  • Qualität und Relevanz (für die Zielgruppe) von Anzeigen.

Entscheidend ist also nicht allein, wie viel Geld du maximal ausgeben willst (bei Pinterest handelt es sich immer nur um Maximalgebote), sondern auch, wie gut deine Anzeige zum Zielort passt. Zu niedrig sollte dein Gebot trotzdem nicht ausfallen. Sonst sinken die Chancen, dass deine Anzeigen oft ausgespielt werden. Pinterest gibt dir eine Hilfestellung beim Bieten, indem es dich informiert, wie dein Gebot im Vergleich zu anderen ausfällt (zu niedrig, passend oder hoch).

Übrigens kann es sein, dass du für eine Anzeige weniger als dein Gebot zahlst. Denn Pinterest kassiert immer nur so viel, wie nötig ist, um das nächstbeste Gebot in einer Auktion zu übertreffen.

Tracking mit Pinterest Tag

Durch einen Klick oben links auf “Analytics” bekommst du einen ersten Überblick über die Effizienz deiner Kampagnen, darunter alle Klicks, die Engagementrate und CPC. Indem du eine bestimmte Kampagne auswählst, erhältst du detaillierte Informationen zu dieser.

Zusätzlich steht dir die Option zur Verfügung, über einen Pinterest Tag ein Tracking durchzuführen. Dabei handelt es sich um ein Stück JavaScript-Code. Nachdem du dieses in deiner Webseite integriert hast, ist das Messen von 9 Conversion-Aktivitäten möglich:

  • PageVisit: Ansichten primärer Seiten wie Artikel- oder Produktseiten
  • ViewCategory: Ansichten von Kategorieseiten
  • Search: Suchanfragen auf der Webseite
  • AddToCart: Artikel, die einem Warenkorb zugefügt werden
  • Checkout: Abgeschlossene Transaktionen
  • WatchVideo: Wiedergaben von Videos
  • SignUp: Registrierungen für Produkte oder Dienstleistungen
  • Lead: Downloads und Kontaktanfragen auf deiner Seite
  • Custom: Benutzerdefinierte Ereignisse

Wie du deinen Pinterest Tag einrichtest, erfährst du im folgenden Video:

Tipps für erfolgreiche Kampagnen

Hast du die Rahmenbedingungen gesetzt, hängt der Erfolg deiner Anzeigen stark von deinen Pins ab. Die folgenden Tipps helfen dir dabei, deine Ziele zu erreichen.

Lege Wert auf Qualität

Aufmerksamkeitsstarke visuelle Inhalte sind Voraussetzung, um Pinner zum Klicken zu bewegen. Verwende Bilder hochkant, am besten im Verhältnis 2:3, und achte auf eine hohe Auflösung und ein professionelles Erscheinungsbild.

Sorge für Action

Lifestyle-Bilder und -Videos sind Trumpf auf Pinterest. Bemühe dich deshalb, deine Produkte oder Dienstleistungen “in Aktion” zu zeigen.

Beziehe Text mit ein

Auch wenn Bilder auf Pinterest im Mittelpunkt stehen, solltest du Worte nicht vernachlässigen. Text-Overlays mit einem Call to Action können laut Pinterest selbst Sales um 6 Prozent steigern. Signalwörter wie “neu” erhöhen den Effekt von Anzeigen zusätzlich.

Achte auf gute Beschreibungen

Beschreibungen sind der richtige Ort, um Usern wertvolle Zusatzinformationen zu liefern und sie endgültig zu einem Klick zu bewegen. Am wichtigsten sind die ersten 30 bis 60 Zeichen, da der Rest im Feed unter Umständen nicht angezeigt wird. Außerdem empfiehlt Pinterest, gleich zu Beginn der Beschreibung den Namen deiner Marke zu erwähnen, um die Brand Awareness zu steigern.

Verwende How-to-Videos

Gestalte Anzeigen mit Mehrwert für andere Pinner. How-to-Videos sind neben Storytelling Videos besonders erfolgreich, wie eine Studie von Pinterest ergab.

Für einige Branchen sind Pinterest-Anzeigen besonders vielversprechend

Sich mit Pinterest-Anzeigen zu beschäftigen, lohnt sich für Unternehmen der verschiedensten Art. Allerdings sind einige Themen in der Bildersuchmaschine besonders populär. Dazu gehören beinahe traditionell schon Gesundheit, DIY, Mode oder Beautyprodukte. Grundsätzlich gilt: Unternehmen, die ihre Produkte oder Dienstleistungen gut in schöne Bilder verpacken können, haben einen Vorteil. Mit ein wenig Kreativität eignet sich Pinterest aber auch für Versicherungen, Finanzdienstleister oder Anwälte.

Pinterest Ads eröffnen gegenüber dem Pinnen zum Nulltarif neue Möglichkeiten, die eigene Reichweite zu erhöhen und Menschen außerhalb der eigenen Community anzusprechen. Dass Pinner aktuellen Studienergebnissen nach mehr Geld fürs Shoppen ausgeben als andere Menschen, ist ein zusätzlicher überzeugender Grund, Promoted Pins auszuprobieren. Wichtig ist, dass du auf qualitativ hochwertige Pins achtest und dir vorher genau überlegst, wem du deine Anzeigen wo zeigen möchtest. Nur so zahlt sich das Plus an Reichweite wirklich aus.

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