Kann künstliche Intelligenz Facebook zukunftssicher machen? 1

Kann künstliche Intelligenz Facebook zukunftssicher machen?

Artificial Intelligence

Facebooks Agenda zu künstlicher Intelligenz

Die zugrundeliegende Idee eines sozialen Netzwerks, das künstliche Intelligenz (KI) zur Verbesserung seines Services verwendet, ist ziemlich einfach. Eine künstliche Intelligenz, die Zugang zu einer so immensen Datenmenge hat, dass sie selbst herkömmliches „Big Data“ noch in den Schatten stellt, könnte viel besser auf die Bedürfnisse der Kunden reagieren. Darüber hinaus wäre ein AI-gestütztes soziales Netzwerk in der Lage, bestimmte Aktionen und Anliegen der User vorherzusehen, was wiederum die Meinung der Menschen von dem Produkt (bzw. der Plattform) verbessern dürfte.

Das größte soziale Netzwerk der Welt darf sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, allen zu zeigen, wie viel besser seine Produkte und Apps dank KI werden. Künstliche Intelligenz steht daher regelmäßig auf der Unternehmensagenda, und von Zeit zu Zeit werden entweder auf eigenen Events oder auf größeren Konferenzen Entwicklungsfortschritte präsentiert oder angekündigt. In diesem Beitrag schauen wir uns die jüngsten Highlights in der AI Entwicklung bei Facebook an.

AI: Hauptschwerpunkt des 50. Facebook Hackathons

Als Yann Lecun, Chef der AI-Forschungsgruppe bei Facebook (FAIR), Vincent Cheung, den Leiter des Teams für AI-Präsentationen bei Facebook, um zusätzliche vorzeigbare Demos von der Arbeit an künstlicher Intelligenz im Unternehmen bat, erblickte dieser darin die einmalige Gelegenheit, das Thema in den Fokus des 50. Hackathons des sozialen Netzwerks zu rücken – ein Event, das im letzten Januar stattfand.

Facebook Artificial Intelligence 01

„Die Menschen wissen nicht einmal, was wir schon alles können”, sagte Cheung in einem Interview mit Fast Company. „Wenn man erst einmal weiß, was möglich ist, lassen sich viele Antworten leichter finden. Man muss alles tun, um mehr Köpfe zum Nachdenken über AI zu bringen… und sie auf den gegenwärtigen Stand der Technologie in unserem Haus bringen. Lassen wir sie mit der Technologie spielen. Und dann entfesseln wir das Potenzial von 1.200 Mitarbeitern, die sich neue Wege zur Integration von künstlicher Intelligenz in die Apps von Facebook ausdenken. Der Schwerpunkt liegt wie immer auf Instagram, dem Messenger und WhatsApp, zumal die Integration eines AI-gestützten Kundenservice in diese Dienste Facebook eine Menge Zeit und Geld sparen würde.“

M: Von der Figur im Spionagethriller zum AI-gestützten Persönlichen Assistenten

Facebook hat den Zusammenhang mit M, der Chefin des Geheimdienstes „Secret Intelligence Service“ aus Ian Flemings James Bond Büchern und Filmen vielleicht gar nicht gesehen – die Ähnlichkeit ist dennoch erstaunlich. Der virtuelle Assistent, der genau vor einem Jahr an den Start ging, wurde von dem sozialen Netzwerk zunächst als Antwort auf Apples Siri und Microsofts Cortana entwickelt, wurde aber letztes Frühjahr endgültig zu etwas Größerem als einem gewöhnlichen digitalen Helferlein.

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Nicht nur unterscheidet sich M von anderen virtuellen Assistenten darin, dass es gestützt wird von Facebook-Mitarbeitern, sogenannten M-Trainern, sondern auch darin, dass es die treibende Kraft hinter den Chatbots des Messengers ist. Dieses Thema werden wir ausführlich in unserem nächsten E-Book behandeln, es lohnt sich! Schauen wir uns doch in der Zwischenzeit einmal an, welche weiteren Innovationen das Unternehmen auf diesem Gebiet eingebracht hat.

Facebooks künstliche Intelligenz kann selbst eine künstliche Intelligenz erschaffen

Im Mai 2016 bewies das soziale Netzwerk wieder einmal den Ehrgeiz seiner Software-Ingenieure, als es eine AI präsentierte, die selbst eine AI entwerfen kann. Die Notwendigkeit für Flow (wie das Tool genannt wird) ergab sich aus der Tatsache, dass man zwar leicht Ideen für die Schaffung einer AI findet, jedoch der Test eines jeden einzelnen Modells zum maschinellen Lernen bis zu 60 Tage dauert. Flow hat hier das Leben vieler Menschen vereinfacht, da es in der Lage ist, bis zu 300.000 Modelle pro Monat zu testen.

Mit einer technologischen Neuerung wie dieser könnte man annehmen, dass in naher Zukunft alle Ingenieure bei Facebook nach Hause gehen können und ihre Arbeit von künstlichen Intelligenzen übernommen wird. Das ist aber nicht der Fall, jedenfalls noch nicht. Weil die zeitraubende Aufgabe der Überprüfung neuer Modelle nun von Flow übernommen wird, können die Ingenieure ihre Zeit und Aufmerksamkeit nun neuen Ideen zur künstlichen Intelligenz widmen.

Schock! Facebook nutzte AI, um Clickbait zu stoppen und du glaubst nicht, was dann passiert ist…

In der letzten Woche kündigte das soziale Netzwerk an, dass der News-Feed seiner Nutzer künftig frei von Clickbait sein werde – wieder eine Verbesserung, die ohne eine künstliche Intelligenz nicht möglich gewesen, oder zumindest viel schwieriger umzusetzen gewesen wäre.

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Der Schritt wurde allerdings nicht von jedem Nutzer begeistert aufgenommen. Einige gingen sogar so weit, Facebook darum zu bitten, die Clickbait-Überschriften wieder zuzulassen – nicht unbedingt, weil sie die Zielgruppe dieser reißerischen Schlagzeilen sind, sondern weil sie befürchteten, dass auch die ironischen oder sarkastischen Titelzeilen ernsthafter Publikationen als Spam gekennzeichnet werden könnten.

Welchen Herausforderungen wird sich Facebook in Zukunft stellen müssen?

Obwohl eigentlich jeder große Player in der IT-Branche in irgendeine Form von AI investiert, ist Apple derzeit die größte Bedrohung für Facebook. Dort hat man seine Ambitionen in Bezug auf diese Technologie durch den 200 Millionen Dollar schweren Zukauf von Turi unterstrichen, einem Startup für Maschinenlernen und künstliche Intelligenz aus Seattle. Geht es nach Apples CEO Tim Cook, wird der Fokus auf einer Verbesserung des Kundenservice liegen, daher sollte es niemanden überraschen, wenn das Unternehmen sich entschließt, zusätzliche AI-gestützte Assistenten neben Siri zu etablieren.

Microsoft stellt dagegen noch keine Gefahr dar, zumal sich deren letzter Versuch mit künstlicher Intelligenz innerhalb von 24 Stunden nach dem Start als Desaster entpuppte. Amazon Echo, der auf Entertainment fixierte AI-gestützte intelligente Lautsprecher, auf dem der Sprachdienst Alexa beruht, konnte Apples Siri oder Google Now nicht gefährlich werden. Trotz seines Potenzials wird der Dienst wahrscheinlich ebenso wie Amazons Fire Phone wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Anders als Microsoft, Apple und Google, die bei künstlicher Intelligenz scheinbar einen eher simplen Ansatz verfolgen, hat Facebook die einmalige Gelegenheit, seine AI mit Virtual Reality und Messaging zu vereinen und damit das ultimative soziale Netzwerk zu schaffen.

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