Broadcast-Listen: WhatsApp für Publisher & Nachrichtenmedien 1

Broadcast-Listen: WhatsApp für Publisher & Nachrichtenmedien

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Immer mehr Nachrichtenmedien nutzen WhatsApp Broadcast-Listen um, wie mit Newslettern, Content zu verteilen.

WhatsApp startete 2009 als Mobile Messaging App für SMS-ähnliche Nachrichten unabhängig vom Mobilfunknetz. Darin fußt auch der große Erfolg der App von Anfang an—UserInnen können so nämlich die Kosten von SMS-Nachrichten umgehen. Außerdem können mit WhatsApp auch Bilder, Audio- und Videodaten versendet werden.

2014 kaufte Facebook WhatsApp für kolportierte 19 Milliarden Dollar. Die Broadcasting-Funktion wurde bereits 2013 gelauncht und wird von vielen als potenzieller Game Changer für das Social Media Marketing gesehen.

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Broadcast-Listen ermöglichen den Versand von Nachrichten an eine Liste von Kontakten. Diese erhalten die Nachrichten, wie jede andere Message, direkt als eigenen Chat. Empfänger haben dabei keinerlei Einblick, wer die Nachricht sonst noch bekommen hat oder dass es sich dabei überhaupt um eine Nachricht an eine Broadcast-Liste handelt. Antworten gehen nur an an den ursprünglichen Sender der Nachricht. Damit funktioniert das Ganze ähnlich wie die BCC-Funktion bei Emails.

Broadcast-Listen sind derzeit auf maximal 250 Kontakte pro Liste limitiert. Allerdings ist die Anzahl der Listen, die man anlegen kann, unlimitiert. Damit Empfänger eine Nachricht überhaupt bekommen können, müssen sie zudem deine Nummer in ihrem Adressbuch gespeichert haben und zumindest eine Nachricht an dich geschickt haben. 

Publisher & Nachrichtenmedien auf der ganzen Welt nutzen WhatsApp

Nachrichtenmedien weltweit experimentieren bereits mit dem Broadcast-Listen Feature, das es ihnen ermöglicht, fast 100% ihrer WhatsApp-AbonnentInnen organisch (also ohne bezahlte Werbung) zu erreichen. Der Vergleich zur organischen Reichweite auf Facebook—etwa 6%—zeigt deutlich, woher der Hype um WhatsApp kommt. Dann kommen auch noch die sehr hohen kolportierten Click-through-Raten bei WhatsApp dazu.

Fernsehanstalten im Vereinigten Königreich

Die BBC

2014 nutzte die British Broadcasting Corporation (BBC) WhatsApp Broadcast-Listen, um Nachrichten über die Wahlen in Indien sowie die Ebola-Epidemie in Westafrika zu verbreiten. Da WhatsApp nach wie vor nicht zulässt, dass Marken eigene Channels betreiben, nutzte die BBC ihre bestehenden Online und Offline-Kanäle, um eine Mobilfunknummer zu bewerben, die Interessierte als Kontakt hinzufügen konnten.

Um WhatsApp-Nachrichten der BBC empfangen zu können, mussten User nur eine Nachricht mit dem Wort „JOIN“ an diese Nummer schicken. Um sich wieder abzumelden, reichte eine Nachricht mit dem Wort „STOP“. Die BBC beschränkte ihre Updates auf drei pro Tag, um vermeiden, dass die Nachrichten als Spam gesehen wurden.

Channel 4

Der britische öffentlich-rechtliche Sender Channel 4 startete seine WhatsApp-Aktivitäten ebenfalls 2014. Sie versandten aktuelle Nachrichten sowie Updates, die eine Vorschau auf Beiträge in Live-Shows gaben. Channel 4 News stellte klar, dass die Handynummern und Daten der UserInnen nicht mit Dritten geteilt würden.

Zeitungen in Brasilien

Fernsehsender sind aber nicht die einzigen, die WhatsApp nutzen. Viele brasilianische Zeitungen nutzen den Kanal, um Beiträge von ihren LeserInnen zu erhalten. Über WhatsApp eingereichte Bilder, Audio- und Videoinhalte wurden bereits in Zeitungen, im Fernsehen und online publiziert.

Folgende Zeitungen haben ihre Ohren bereits via WhatsApp geöffnet:

Nachrichtenmedien in Österreich

Der Standard

Die österreichische Tageszeitung Der Standard hat Anfang 2015 begonnen, WhatsApp zu verwenden. LeserInnen, die von Neuigkeiten direkt auf ihrem Handy erfahren wollen, müssen nur ein kurzes Formular ausfüllen, ihre Telefonnummer angeben, sowie die Kategorien, die sie interessieren. Nach Abschicken des Formulars wird eine Handynummer angezeigt, die User als Kontakt abspeichern müssen, um dann Vor- und Nachnamen an die Nummer zu schicken—damit ist der Anmeldevorgang abgeschlossen.whatsapp_broadcast_lists

Österreichische Radiosender

Der bundesweite österreichische Radiosender Hitradio Ö3 nutzt WhatsApp, um mit dem Publikum im Kontakt zu bleiben. HörerInnen können über das Service Fragen stellen oder Feedback abgeben. Natürlich können sie auch Rund-um-die-Uhr Nachrichten und Informationen, die sie spezielle interessieren, empfangen, indem sie vorher Ö3 das entsprechende Schlagwort übermitteln. Dabei können sie aus den Kategorien NEWSFLASH, SPORT, Horoskop und Wetter wählen.

Nachrichtenmagazine, Blogs und Webseiten in Deutschland

t3n

Das t3n Magazine schickt seinen WhatsApp-Abonnenten für sie relevante Informationen und die aktuellen Nachrichten. Ausgeschickt werden nur Nachrichten, die bequem am Handy konsumiert werden können—und das auch nur maximal zweimal pro Tag.

Der Postillon

Die deutsche Satirewebseite Der Postillon bringt internationale, nationale und lokale Satirenews. Ähnlich wie in den bereits genannten Beispielen melden sich UserInnen mit ihrer Handynummer und den entsprechenden Schritten für das WhatsApp-Service von Der Postillon an. Der Postillon versichert, nicht mehr als drei Meldungen pro Tag zu versenden.

Express.de

Express.de hat sein WhatsApp-Service im September 2015 gestartet und verspricht registrierten UserInnen die täglichen Top News. Dazu gehören speziell Informationen aus Köln, Nordrhein-Westfalen, über den 1. FC Köln, aber natürlich auch Nachrichten aus aller Welt. Auch hier gilt: Nicht mehr als drei Updates pro Tag.

Basic Thinking

Um ihre LeserInnen auf allen Kanälen zu involvieren informiert der Blog Basic Thinking über WhatsApp über alle neu publizierten Artikel.

Fernsehsender in Deutschland

Der deutsche Fernsehsender RTL hat WhatsApp in seine RTL NEXT Initiative eingebaut. Abonnenten bekommen täglich zwischen 8 Uhr morgens und 8 Uhr abends Nachrichten aufs Handy geliefert.
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Bevor du beginnst, auf WhatsApp zu broadcasten…

Da WhatsApp hauptsächlich für persönliche Kommunikation genutzt wird, müssen sich Marken auf dem noch relativ unerforschten Boden vorsichtig bewegen. Die BBC hat das gut erkannt und von Anfang an klar gestellt, dass es pro Tag nie mehr als drei Updates geben wird. WhatsApp limitiert zudem die Größe der Broadcast-Listen auf 250 Kontakte.

Die BBC kann bereits aus einem großen Grundstock schöpfen, während kleinere Medien es schwieriger haben könnten, ihre Liste aufzubauen—vor allem, da Abonnenten unbedingt die Nummer des Senders in ihren Kontakten abspeichern müssen, um überhaupt Nachrichten erhalten zu können.

3rd Party Tools erleichtern die Vorgänge

Da Listen mit nur 250 Kontakten recht limitiert und gerade bei größeren Communities Zeitfresser sind (da man immer in Chargen an je 250 Nummern versenden muss), haben Publisher begonnen, Tools von Drittanbietern einzusetzen, um das Management von WhatsApp Nachrichten einfacher zu machen.

Währen wir selber vor kurzem solch ein WhatsApp-Service in unser Social Media Management Tool Swat.io integriert haben, muss auch ganz klar gesagt werden, dass Drittanbieter nach wie vor über inoffizielle APIs und andere Ausweichlösungen arbeiten.

Zudem verbieten die WhatsApp AGB eindeutig den „kommerziellen Nutzen“ der App—allerdings bleibt unklar, was genau mit „kommerziellem Nutzen“ gemeint ist. Wenn sich Publisher dieser besonderen Umstände jedoch bewusst sind, können sie mit WhatsApp- Tools ganz neue Höhen erreichen:

  • Einfache Anmeldung mit einem eingebetteten Widget auf deiner Webseite. Eine Willkommens-SMS erspart den UserInnen das mühsame und fehleranfällige Eintippen der Handynummer.
  • Plane und versende Broadcast-Nachrichten automatisch an mehrere Empfänger (und zwar nicht in Chargen von 250).
  • Sende Broadcast-Nachrichten an interessensbasierte Kanäle wie z.B. „Verkehr“, „Nachrichten“, „Sport“, etc.
  • Unterstützung von Link Shortening, Click Tracking und Emojis. 🙂

Publisher, die das Risiko mit einem Drittanbieters nicht eingehen möchten, können auf jeden Fall das offizielle WhatsApp Webinterface unter http://web.whatsapp.com nutzen.

[whatsapp]WhatsApp, Facebook, Twitter & Co. mit einem Tool verwalten! Versende Newsletter Nachrichten an deine Abonnenten und beantworte Privatnachrichten einfach & schnell.[/whatsapp]

Wenn du beginnen möchtest, das WhatsApp Broadcast-Feature zu nutzen, folge dieser Anleitung:

  1. Besorg dir eine neue Handynummer, die nichts mit deinem Privathandy zu tun hat, denn Benachrichtigungen 24 Stunden am Tag werden schnell nervig.
  2. Lade dir WhatsApp herunter und bewerbe deine neue Nummer auf deinen existierenden Marketingkanälen.
  3. Wenn du genügend Anmeldungen hast, erstellst du deine Broadcast-Liste: Öffne die App und klicke auf den „Broadcasts“-Button. Am unteren Ende des Screens findest du den „Neue Liste“-Button, und dann tippst du die Namen deiner Kontakte ein oder wählst sie direkt aus. Danach klickst du einfach nur auf „Erstellen.“

Du kannst Listen jederzeit editieren und Kontakte hinzufügen oder entfernen. WhatsApp bietet Unternehmen die einzigartige Möglichkeit, ihr Publikum in ein Gespräch zu verwickeln. Bis jetzt waren die häufigsten Nutzer Nachrichtenorganisationen. Allerdings ist zu erwarten, dass in den kommenden Monaten auch andere Unternehmen beginnen werden, mit WhatsApp zu experimentieren.

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