Facebook Gruppen Strategien

Facebook Gruppen: 10 Tipps für mehr Erfolg

Facebook-Gruppen werden im Social Media Marketing immer noch sträflich vernachlässigt. Dabei können sie schon heute in mancher Hinsicht mehr als die klassische “Fanseite”. Davon abgesehen macht Mark Zuckerberg und sein Team kein Geheimnis daraus, dass sie Gruppen künftig ins Zentrum ihres Netzwerks rücken wollen.

Höchste Zeit also, sich einmal intensiv mit dem Thema zu beschäftigen und Fragen zu klären wie “Wie erstelle ich eine Facebook-Gruppe?” “Welche Möglichkeiten bietet sie mir?” und “Wie ist das Marketing mit Facebook-Gruppen am erfolgreichsten?”

Warum Facebook-Gruppen immer wichtiger werden

Facebook-Gruppen bringen einige Vorteile mit, die sie gerade angesichts jüngster Entwicklungen im Social-Media-Bereich zu einem wertvollen Marketing-Instrument machen:

  • Die organische Reichweite auf Facebook sinkt und sinkt und sinkt. Dagegen kannst du nichts tun. Du kannst aber Gruppen gründen um dafür zu sorgen, dass deine Inhalte zumindest bei ihren Mitgliedern ankommen.
  • Idealerweise versammeln sich in Facebook-Gruppen Nutzer, von denen du weißt, dass sie sich für ein bestimmtes Thema interessieren. Das macht Content Marketing einfacher, angenehmer und erfolgreicher.
  • Content Marketing im Feed ist überwiegend eine Einbahnstraße. Dagegen eröffnen Gruppen hervorragende Möglichkeiten, mit deiner Zielgruppe “ins Gespräch” zu kommen. Zusätzlich sind sie ein Ort, an dem Anhänger deiner Zielgruppe miteinander ins Gespräch kommen, und das praktisch vor deinen Augen. Auf diese Art erhältst du wertvolle Einsichten ohne teure Marktforschungsstudien.
  • Facebook propagiert Gruppen als künftiges Zentrum des klassischen Facebooks. In diesem Sinne sind diverse Neuerungen angekündigt, die Gruppen weiter pushen sollen.

Neben Gruppen liegen Stories im Trend auf Facebook und auf Instagram. Wie du rechtzeitig auf diesen Trend aufspringst und Stories erstellst, die Wirkung zeigen, erfährst du in unserem Blogbeitrag “Erfolgreiche Instagram Stories: 13 Strategien für mehr Interaktionen”.

Diese Arten von Facebook-Gruppen gibt es

Bevor du eine Facebook-Gruppe erstellst, mache dir Gedanken darüber, wie transparent die Gruppe nach außen hin sein soll.

Facebook Groups Privacy

Facebook unterscheidet aktuell 3 Privatsphäre-Einstellungen:

  • Öffentlich: Öffentliche Gruppen stehen für ein Maximum an Transparenz. Sie sind über die Facebook-Suche für jeden auffindbar. Außerdem sieht jeder Facebook-Nutzer, wer an ihr teilnimmt. Beiträge und die Kommentare von Gruppenmitgliedern sind ebenfalls öffentlich.
  • Geschlossen: Auch in diesem Fall sind Gruppen und Gruppenmitglieder öffentlich. Beiträge und Diskussionen in der Gruppe bleiben aber für Nichtmitglieder verborgen.
  • Geheim: Geheime Facebook Gruppen sind tatsächlich geheim, und damit vor allen neugierigen Augen verborgen. Das geht so weit, dass du neue Mitglieder selbst hinzufügen beziehungsweise einladen musst.
Facebook Gruppe Erstellen
Die Privatsphäre kannst du bei der Erstellung einer Gruppe auswählen.

Welche Variante die beste ist, hängt wie immer vom Einzelfall ab. Bei öffentlichen Gruppen besteht die Chance, dass sie schnell wachsen. Dafür sind sie ein beliebtes Einfallstor für Spammer, was unangenehme Extraarbeit mit sich bringt. Außerdem kannst du in öffentlichen Gruppen keine Dinge diskutieren, die “privater” Natur sind. Viele Unternehmen und Privatpersonen entscheiden sich deshalb für geschlossene Gruppen. Diese sind auffindbar und bieten trotzdem Schutz nach außen. Geheime Gruppen bieten sich zum Beispiel dann an, wenn du eine Gruppe exklusiv für einen bestimmten Kundenkreis erstellen willst.

Von Zeit zu Zeit triffst du vielleicht auch auf archivierte Facebook-Gruppen. Das Archivieren stellt eine Alternative zum Löschen dar. Es gibt keine neuen Beiträge oder Kommentare, die jeweilige Gruppe ist aber immer noch über die Suche auffindbar.

Facebook-Gruppe erstellen – Schritt für Schritt

Eine Facebook-Gruppe zu erstellen, ist schnell erledigt:

  1. Gehe oben rechts in deinem Facebook-Profil auf “Erstellen”.
  2. Gib anschließend einen Gruppennamen ein und füge die ersten Mitglieder hinzu (eines ist Minimum). Auf was du dabei achten solltest, diskutieren wir später noch.
  3. Wähle die Privatsphäre-Einstellung deiner Wahl aus.
  4. Gehe ein letztes Mal auf “Erstellen”.

Prinzipiell wäre deine Gruppe jetzt “einsatzfähig”. Allerdings gibt es noch einige Dinge, die du erledigen solltest, bevor du die erste größere Einladungswelle startest. Dazu gehört, ein Titelbild und eine Beschreibung sowie Tags hinzuzufügen. So machst du die Gruppe auffindbar und gibst potenziellen Mitgliedern einen Ausblick darauf, was sie erwartet. Denke auch daran, die URL zu personalisieren und die nichtssagende Ziffernfolge an ihrem Ende gegen ein passendes Keyword auszutauschen. Schließlich kannst du eine aus vier Gruppenarten auswählen. Dies lässt sich jederzeit wieder über “Gruppeneinstellungen bearbeiten” ändern.

Zur Verfügung stehen aktuell die Folgenden:

Facebook Gruppen Arten
Arten von Facebook Gruppen

Wenn du keinen Marktplatz einrichten, Weiterbildungskurse abhalten oder Videospiel Turniere veranstalten willst, ist “Allgemeines” die richtige Wahl.

Zuallerletzt ist es ratsam, ein wenig Content bereitzustellen, wenn du den ersten größeren Schwung an Einladungen verschickst. Denn wer tritt schon gerne einer Versammlung in einem leeren Raum bei?

Strategien für Facebook-Gruppen

1. Feste Ziele setzen

Facebook-Gruppen sind Multitalente. Sie eignen sich, um die Markenbekanntheit zu erhöhen, Leads zu generieren oder die Beziehung zu bestehenden Kunden zu vertiefen. Überlege dir vorab, welche Ziele für dich im Vordergrund stehen und welche Themen im Mittelpunkt deiner Gruppe stehen sollen. Davon hängt es ab, wie du deine Gruppe konzipierst.

Mögliche Herangehensweisen sind zum Beispiel:

  • Du erstellst eine Gruppe zu Produkten oder Dienstleistungen, die dein Unternehmen anbietet. Das Resultat ist in den meisten Fällen eine Art “Supportforum” und sehr gut geeignet, um bestehende Kunden glücklich zu machen.
  • Du stellst ein Thema in den Mittelpunkt, das in enger Verbindung mit deinem Unternehmen steht. Bei einem Gesundheitsdienstleister könnte das “Yoga” sein, bei einem Buchhändler “Kriminalromane”, bei einem Unternehmen für Onlinemarketing “Suchmaschinenoptimierung”. Oft bietet es sich an, das Thema zu konkretisieren, womit wir zum Beispiel bei “Bikram Yoga”, “Skandinavische Kriminalromane” und “Suchmaschinenoptimierung für Online-Zoohandlungen” wären. Wie spezifisch spezifisch genug ist, hängt von deinem Unternehmen, deiner Zielgruppe und deinen Zielsetzungen ab.
  • Du legst den Schwerpunkt auf die Wissensvermittlung, zum Beispiel durch regelmäßige Webinare, eBooks etc. Hier käme als Gruppentyp unter Umständen “Social Learning” infrage.

2. Name und Beschreibung optimieren

Lassen wir geheime Gruppen außer acht, willst du wahrscheinlich, dass deine Gruppe gefunden wird. Hier kommen, du hast es wahrscheinlich schon geahnt, Keywords ins Spiel. Diese kannst du im Gruppennamen, der Beschreibung und den 5 Tags, die dir zur Verfügung stehen, unterbringen.

Versuche dabei, die Möglichkeiten, die Facebook dir gibt, auszuschöpfen und gehe von den Bedürfnissen potenzieller Gruppenmitglieder aus. Mache im Namen klar, was wer in deiner Gruppe zu erwarten hat: “Suchmaschinenoptimierung für Onlineshops” ist ein gutes Beispiel, “Marketing” ein weniger gutes.

Facebook Group Name Example
Hier ist auf den ersten Blick klar, worum es in der betreffenden Gruppe geht.

Lege die Betonung auf positive Begriffe und Assoziationen. “Tipps für Entspannung im Job” wirkt einfach einladender auf unsere Psyche als “Gestresste Manager”. Vergiss nicht, da draußen gibt es mehrere Hundert Millionen Facebook-Gruppen, die sich gegenseitig Konkurrenz machen. Da spielt der erste Eindruck eine wichtige Rolle.

3. Lead Magnet einbinden

Gruppen sind hervorragend geeignet, um Leads zu generieren. Das klappt gut durch den gezielten Einsatz von Lead-Magneten wie

  • Whitepapers
  • eBooks
  • Infografiken
  • Gutscheine
  • Rabatte
  • Veranstaltungsteilnahmen
  • usw.

Dabei liegt die Betonung auf “gezielt”. Wichtig ist, dass du nicht jeden x-beliebigen Beitrag mit einem Hinweis auf dein neues eBook kommentierst, sondern deine Angebote an passenden Stellen einstreust. Womit wir schon beim nächsten Punkt wären.

4. Übertriebene Werbung vermeiden

via GIPHY

Wahrscheinlich erstellst du Facebook-Gruppen nicht aus purer Nächstenliebe. Das dürfte dem Großteil deiner Gruppenmitglieder bewusst sein. Auf der anderen Seite sind diese nicht beigetreten, weil gerade nichts im Fernsehen lief, sondern weil sie sich beispielsweise wertvolle Informationen oder einen Support erhofften.

Erfolgreiche Gruppen basieren auf einem “Give and Take”. Das bedeutet, dass du umso mehr zurückbekommst (bis hin zum neuen Kunden), je mehr du anderen Mitgliedern gibst. Es bedeutet auch, dass plumpe Werbung schnell zum Mitgliederschwund führt. Wie schnell, hat schon manche Gruppen-Administratoren in Schockstarre versetzt. Also übe dich in Zurückhaltung.

5. Hilfestellung bieten

Während aggressive Werbung tabu ist, sind(vordergründig) uneigennützige Hilfestellungen umso wichtiger. Bemühe dich, schnell und kompetent zu antworten bzw. wertvolle Tipps beizusteuern, wenn Gruppenmitglieder ein Problem haben. Sei aktiv und beteilige dich an Diskussionen. Gib den Mitgliedern deiner Gruppe zu jedem Zeitpunkt das Gefühl, dass sich die Teilnahme für sie lohnt und vielleicht sogar auch für ihre Freunde und Arbeitskollegen.

Das hat mehrere Vorteile:

  • Du positionierst dich bzw. dein Unternehmen als Experte in einem bestimmten Bereich.
  • Du förderst die Kundenbindung.
  • Interessenten haben gute Gründe, deiner Gruppe beizutreten.
  • Gruppenmitglieder sind motiviert, immer wieder zurückzukommen und bringen irgendwann vielleicht Freunde und Bekannte mit.

Doch Vorsicht: Aktiv zu sein, bedeutet nicht, dass du alle Diskussionen in deiner Gruppe beherrschen musst. Lass anderen Gruppenmitgliedern die Freiheit, sich miteinander auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Bemühe dich, ein lebendiges Forum zu schaffen, sodass es auf Außenstehende wirkt, als würde deine Gruppe von alleine laufen.

6. Facebook Business Seite mit Gruppe verlinken

Seit Kurzem ist es möglich, Facebook Business-Seiten mit Gruppen zu verlinken. Dann erscheint deine Gruppe zum Beispiel unter dem Suchergebnis für deine Facebook-Seite.
Bevor du ans Verlinken selbst gehst, brauchst du allerdings den Tab “Gruppen” auf deiner Business-Seite. Ist dieser nicht zu sehen, gehst du folgendermaßen vor:

  • Gehe auf deiner Seite auf “Einstellungen”.
  • Klicke dann links auf “Template und Tabs”.
  • Wähle ganz unten “Tab hinzufügen”.
  • Füge den Tab “Gruppen” hinzu.

Anschließend hast du die Möglichkeit, diesen Tab auf deiner Seite auszuwählen und die gewünschte Gruppe mit deiner Seite zu verbinden.

7. Gruppe bewerben

Viele Gründer von Facebook-Gruppen machen den Fehler, dass sie diese isoliert betrachten und sich für das Wachstum auf die Facebook-Suche verlassen. Dabei gibt es tolle Möglichkeiten, deine Facebook-Gruppen an anderen Orten zu bewerben und so neue Mitglieder anzuziehen. Ein Hinweis bzw. Call to Action ist oft schon genug. Er bietet sich zum Beispiel an für:

  • Newsletter
  • Blogbeiträge
  • Unternehmensseiten

Einen zusätzlichen visuellen Anreiz schaffst du, indem du eine Grafik für deine Gruppe erstellst, die du beispielsweise auf der Homepage deines Unternehmens einbindest. Oder du machst es wie im folgenden Beispiel und verknüpfst den Download eines eBooks mit dem Verweis auf deine Facebook-Gruppe. Wer etwas (Sinnvolles) geschenkt bekommt, ist in der Regel aufgeschlossen gegenüber Einladungen.

Facebook Gruppe E-Book Download

8. Exklusiven Content für Gruppenmitglieder erstellen

Natürlich ist es sinnvoll, in Facebook-Gruppen Blogbeiträge, Videos auf deiner Unternehmensseite und neue Webinare zu bewerben, für die sich jeder anmelden kann. Interessanter wird die Mitgliedschaft aber, wenn du zusätzlich exklusive Inhalte nur für Gruppenmitglieder erstellst. Das kann vom Video über die Q&A-Session bis hin zum schlichten Rabatt reichen. Gib Mitgliedern regelmäßig eine klare Antwort auf die Frage, warum sie deine Gruppe besuchen sollten.

9. Abo-Gruppen (Paid Groups) erstellen

Wenn du in Gruppen exklusiven Content anbietest, besteht seit Kurzem auch die Möglichkeit, für die Mitgliedschaft Geld zu verlangen. Dazu ist es notwendig eine neue Gruppe zu erstellen. Außerdem musst du Facebooks Standards zur Monetarisierungsberechtigung einhalten.

Wann sich dieses Modell lohnt, lässt sich schwer sagen. Eines seiner Vorteile ist, dass Abo-Gruppen in aller Regel frei von Spammern, Störern und Co. sind. Zudem kannst du als Administrator davon ausgehen, dass die Gruppenmitglieder aus wirklichem Interesse dabei sind. Dafür sind die Erwartungen an Inhalte in Paid Groups naturgemäß besonders hoch und die Toleranzschwelle für Werbung sehr niedrig.

10. Gruppenregeln festlegen

Facebook verlangt es nicht von dir, trotzdem solltest du nicht auf Gruppenregeln verzichten. Diese kannst du in die Gruppenbeschreibung einbinden, oder in einen Post, den du oben auf der Seite festpinnst.

Facebook Gruppen Regeln
Hier beschränken sich die Gruppenregeln auf das Nötigste.

Welche Regeln du aufstellst, liegt ganz bei dir. Sinnvoll sind in jedem Fall Richtlinien für einen respektvollen Umgang miteinander. Außerdem bietet es sich an, Eigenwerbung und Spam zu verbieten. Viele Gruppen untersagen es Mitgliedern auch, Inhalte aus der Gruppe an anderer Stelle zu teilen (zum Beispiel über Screenshots).

Scheue dich auch nicht davor, von Anfang an klar zu machen, wer in deine Gruppe aufgenommen wird und wer nicht. Schließlich macht es wenig Sinn, in eine Gruppe, die angibt, nur für schwangere Frauen zu sein, auch Männer einzuladen.

Analysieren nicht vergessen – die Gruppen Insights machen es möglich

Wenn man so viel Arbeit in eine Facebook-Gruppe gesteckt hat, will man natürlich wissen, ob sich das Ganze gelohnt hat und der nächste Vorgesetzte vielleicht noch mehr. Wie gut, dass Facebook mittlerweile Insights speziell für Gruppen anbietet. Sie geben zum Beispiel Aufschluss darüber

  • Wie hoch das Engagement in der letzten Zeit war.
  • Welche deiner Beiträge am meisten Interaktion hervorgerufen haben.
  • Welche Gruppenmitglieder besonders aktiv waren bzw. sind.
  • Wie stark deine Gruppe gewachsen oder geschrumpft ist.

Facebook Gruppen als effizientes Marketing Instrument

Du siehst, Facebook-Gruppen haben sich zu einem vielseitigen und effizienten Marketing-Instrument entwickelt. Da scheint es nicht abwegig, dass sie zusammen mit Stories bald den Newsfeed ablösen. Je eher du dich mit ihnen befasst, desto besser vorbereitet bist du, wenn es soweit ist. Außerdem eröffnen Gruppen heute schon tolle Möglichkeiten, mit deiner Zielgruppe zu interagieren, Leads und neue Kunden zu generieren und die Bekanntheit deiner Marke zu fördern. Viele gute Gründe für das Gründen.

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