Social-Media-Trends: Dos und Don’ts im Aufgreifen von Trends
Aktuelle Trends zu bedienen, ist ein zentrales Erfolgskriterium auf Social Media â aber auch eine Herausforderung. Denn sich an irgendwelchen TikTok Challenges zu beteiligen oder einfach mal ein Instagram-Meme zu posten, reicht nicht. Es kann sogar negative Auswirkungen haben.
In diesem Beitrag stellen wir dir die wichtigsten Dos und Don’ts im Umgang mit Social-Media-Trends vor.
Du erfÀhrst,
- wie du relevante Trends aufspĂŒrst und erkennst,
- worauf du bei der Umsetzung achten solltest und
- wie du hÀufige Fehler im Hype-Marketing vermeidest.
Wie du relevante Social-Media-Trends erkennst
Social-Media-Trends sind wie gute Witze â wer sie zu spĂ€t versteht, hat das Nachsehen. Doch wie erkennst du, welche Trends wirklich relevant fĂŒr dich und deine Marke sind? Und wo findest du diese Trends, bevor sie in jedem zweiten Reel oder TikTok auftauchen?
Beobachte, wo Trends entstehen
Die meisten Social-Media-Trends haben einen klaren Ursprung: Plattformen wie TikTok, Instagram Reels, YouTube Shorts oder auch X (ehemals Twitter) sind wahre BrutstĂ€tten fĂŒr virale Inhalte. Aber auch auf dem nicht ganz so schnelllebigen LinkedIn lohnt es sich, auf trendige Inhalte oder Formate zu achten.
Nutze Tools, die dir Trends liefern
Du musst aber nicht stundenlang doomscrollen, um am Puls der Zeit zu bleiben. Mit den folgenden Anlaufstellen und Tools bekommst du schnell wertvolle Inputs zu aktuellen Hypes.Â
- TikTok Creative Center: Im TikTok Creative Center erhĂ€ltst du einen Ăberblick ĂŒber aktuelle Top-Sounds, Hashtags, Videos und Creatives â gefiltert nach Region oder Branche.
- Instagram Explore & Reels Feed: Wenn du auf Instagram aktiv bist, solltest du hier regelmĂ€Ăig recherchieren.
- Google Trends: Mit Google Trends bekommst du ein gutes GespĂŒr dafĂŒr, welche Themen auĂerhalb der Social-Media-Bubble gerade ziehen.
- Monitoring und Listening Tools: Durch das Monitoring relevanter Keywords bleibst du auch ĂŒber laufende Top-Social-Media-Trends, die zum Beispiel deine Branche betreffen, auf dem Laufenden.
- Influencer:innen: Influencer:innen sind oft die ersten, die neue Trends aufgreifen oder ins Leben rufen. Ein guter Grund, Markenbotschafter:innen, die fĂŒr deine Branche relevant sind, zu folgen.
@dante.musarella How to #nickiminajchallenge @Seth Carpenter ⏠original sound – Nini&Tiny
Viele weitere Tipps, wie du relevante Social-Media-Hypes findest, erhĂ€ltst du in unserem Beitrag „So recherchierst du Social-Media-Trends“.
Achte auf Timing und den richtigen Fit
Nicht jeder Trend passt zu jeder Marke. Ein Trend ist dann relevant fĂŒr dich, wenn:
- er zu deinen Markenwerten passt,
- du schnell reagieren kannst (mehr dazu im nÀchsten Kapitel),
- und deine Zielgruppe sich dafĂŒr interessiert.
Im Zweifel gilt: Lieber einen Trend auslassen, als halbherzig mitzumachen.
Auf Social-Media-Trends reagieren: Die wichtigsten Dos
Wenn du einen Trend ausgemacht hast, der fĂŒr dich und deine Zielgruppe relevant ist, heiĂt es, ihn geschickt in dein Marketing zu integrieren. Dabei kommt es vor allem auf die folgenden Aspekte an:
Schnell sein, aber nicht ĂŒberstĂŒrzt
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Weitere InformationenErfolgreiche Trend-Adaption lebt davon, im richtigen Moment aufzuspringen. Das bedeutet nicht, jeden Hype sofort mitzumachen, sondern schnell zu bewerten, ob der Trend zu deiner Marke passt und wie eine gute Umsetzung aussehen könnte.
Die Herausforderung in vielen Unternehmen: Abstimmungsrunden, Freigabeschleifen oder fehlende Verantwortlichkeiten bremsen den Prozess. So ist der Zug abgefahren, wenn ihr zum Sprung ansetzt.Â
Deshalb empfehlen wir:
- Lege klare ZustÀndigkeiten fest: Wer im Social Media Team entscheidet, ob ein Trend umgesetzt wird? Wer produziert? Wer gibt final frei?
- Minimiere Freigabeschleifen: Statt zehn Meinungen einzuholen, lieber im Vorfeld ein Framework fĂŒr Trend-Reaktionen aufsetzen.
- Bereite Content-Vorlagen vor: Bestimmte Formate lassen sich mit kleinen Anpassungen schnell auf Trends zuschneiden.
Wenn du es schaffst, innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach dem ersten Aufpoppen eines Trends mit einem passenden Beitrag live zu gehen, bist du im Sweet Spot.
Auf AuthentizitÀt bei Social-Media-Trends achten
Nicht jeder Social-Media-Trend ist fĂŒr jede Marke gemacht, und das ist auch gut so. Behalte unbedingt im Kopf: Wer sich auf Social Media verstellt oder zwanghaft trendy wirken will, fĂ€llt schnell unangenehm auf. Das Ergebnis wirkt gezwungen, unauthentisch und vielleicht sogar unglaubwĂŒrdig.
Deshalb: Bevor du auf einen Trend aufspringst, stell dir (und deinem Team) ein paar ehrliche Fragen:
- Passt der Ton zur Marke? Ironie, Slang oder provokante Aussagen funktionieren nicht fĂŒr jedes Unternehmen und jede Community.
- Können wir den Trend mit unserem Thema glaubwĂŒrdig verknĂŒpfen? Eine Steuerberaterin, die plötzlich Lip-Sync-Videos postet, braucht schon eine sehr gute BegrĂŒndung.
- FĂŒhlen wir uns selbst wohl damit? Wenn das Social Media Team Bauchweh bei der Umsetzung hat, merkt das auch die Community.
Social-Media-Trends sind keine Einladung, die eigene Positionierung ĂŒber Bord zu werfen. Sie bieten Spielraum â ja â, aber im Rahmen deiner Werte, Sprache und Bildwelt. Erfolgreiche Marken schaffen es, sich an Trends zu beteiligen ohne sich zu verbiegen. Im besten Fall verleihen sie dem Trend sogar eine eigene, wiedererkennbare Note.
Zielgruppen-Fit prĂŒfen
Trends funktionieren nur dann, wenn sie auch zur Sprache, den Erwartungen und dem Humor deiner Zielgruppe passen. Manche Zielgruppen lieben schnelle, freche Videoclips. Andere bevorzugen ruhige, informative Inhalte.Â
Frage dich:
- Worauf reagiert meine Community gut?
- Welche Themen, Formate oder Witze greifen?
- Wie jung, internetaffin oder meme-tauglich sind deine Follower:innen?
Ein B2B-Publikum auf LinkedIn tickt anders als ein Gen-Z-Publikum auf TikTok â selbst wenn sich beide fĂŒr dasselbe Produkt interessieren.
Wenn du unsicher bist, wie ein Trend ankommen könnte, schau in deine Daten:
- Welche Inhalte haben in der Vergangenheit gut funktioniert?
- Welche Social-Media-KanĂ€le funktionieren fĂŒr welche Zielgruppe?
- Welche Kommentare oder Reaktionen erhalten experimentellere Inhalte?
Mit ein bisschen Analyse lassen sich die richtigen Trends fĂŒr die richtige Zielgruppe deutlich besser identifizieren und du vermeidest Bauchlandungen.
Die Kosmetikmarke Maybelline erkannte rechtzeitig den guten Fit, als sie den Trend rund um „demure“ (= sittsam, dezent, bescheiden) aufgriff, den die TikTok-Creatorin Jools Lebron bekannt gemacht hatte.
@maybelline_de Mit dem Lasting Fix Setting Spray bleibt euer Make-up den ganzen Tag âšdemureâš! @Constanza #maybelline #settingspray ⏠original sound – Jools Lebron
Nach dem Trend: Momentum nutzen
Wenn ein Beitrag durch die Decke geht, ist das der perfekte Moment, um mehr daraus zu machen:
- Nachlegen: Poste einen Follow-up-Beitrag, z.âŻB. ein Behind-the-Scenes, Reaktionen aus dem Team oder eine thematische Vertiefung.
- Community einbinden: Stell Fragen, starte Umfragen oder greife Kommentare auf, um Interaktionen aktiv weiterzufĂŒhren.
- Themen verlÀngern: Wenn der Trend gut zu deinem Thema passt, entwickle eine kleine Serie oder ein Format daraus.
- Traffic clever umleiten: Verlinke in den Kommentaren oder im Post auf weiterfĂŒhrende Inhalte â etwa ein passendes Whitepaper, Produkt oder einen Blogartikel.
Warte nicht zu lange, um das Momentum zu nutzen. Die Aufmerksamkeitsspanne auf Social Media ist kurz â wer zwei Tage spĂ€ter erst reagiert, verschenkt Potenzial.
Donâts â Das solltest du bei Social-Media-Hypes vermeiden
Nicht jeder Hype ist eine gute Idee, und wenn Marken Social-Media-Trends aufgreifen wollen, passieren hÀufig Fehler.
Vermeide vor allem Folgendes:
Auf jeden Hype aufspringen
Wer jedem Trend hinterherlÀuft, verliert schnell das eigene Profil. Statt strategisch zu agieren, wird wahllos Content produziert. Das merken User:innen rasch.
Typische Fehler:
- Inhalte ohne Bezug zur Marke
- Formate, die ânachgemachtâ wirken
- Posts, die aufgesetzt oder gewollt wirken
Besser: Achte darauf, nur dann aufzuspringen, wenn Thema, Format und Plattform wirklich zu deiner Marke und deiner Community passen.
Auch wichtig: Sei vorsichtig mit Trends, die einen ernsten Hintergrund haben: Als der Hashtag #WhyIStayed auf Twitter genutzt wurde, um auf hĂ€usliche Gewalt aufmerksam zu machen, twitterte DiGiorno Pizza: â#WhyIStayed You had pizza.â Diese Trendadaption wurde als respektlos gegenĂŒber Opfern hĂ€uslicher Gewalt empfunden. Die Marke entschuldigte sich spĂ€ter, aber der Schaden war bereits angerichtet.
A million apologies. Did not read what the hashtag was about before posting.
— DiGiorno (@DiGiorno) September 9, 2014
Trends ausbremsen
Ein Social-Media-Trend ist im Anflug, aber die Umsetzung hĂ€ngt drei Tage in der Freigabe. Bis der Post live geht, ist der Hype vorbei. Gerade gröĂere Organisationen haben oft komplexe Freigabeprozesse. FĂŒr ein schnelllebiges Medium wie Social Media ist das nicht optimal.
Nutze deshalb schlanke Prozesse und klar definierte Entscheidungswege â sonst seid ihr immer einen Schritt zu spĂ€t.
Zu spĂ€t „mitmachen“
Wenn dein Beitrag zum Trend erscheint, wĂ€hrend alle anderen schon beim nĂ€chsten Meme sind, wird es unangenehm. Der Content wirkt veraltet und verliert jegliche Relevanz. So erging es zum Beispiel McDonalds, als die Marke 2018 den Tweet âHim: Meet me at McDonald’s? Barber: Say no more, fam.â veröffentlichte und damit Bezug auf ein veraltetes Meme nahm, dessen Kontext auch in diesem Zusammenhang nicht passend schien.
Wenn sich herausstellt, dass ihr einen Trend nicht rechtzeitig bedienen könnt, verzichtet lieber darauf und nehmt euch vor, beim nÀchsten Mal schneller zu sein.
Strategie vernachlÀssigen
Trends sind kein Ersatz fĂŒr eine durchdachte Social-Media-Strategie. Wer langfristig erfolgreich sein will, braucht klare Ziele, Zielgruppen, Botschaften und Formate. Ein einzelner viraler Post bringt wenig, wenn er nicht in eine solche Strategie eingebettet ist, und wenn ein Social Media Marketing nur aus Trendposts besteht, wirken Marken austauschbar.
Im Trend liegt, wer es richtig macht
Egal welche Social-Media-Strategie du verfolgst, aktuelle Trends sollten dabei eine Rolle spielen. Das gilt besonders, wenn du auf Plattformen wie TikTok und Instagram unterwegs bist und wenn du eine junge Zielgruppe adressierst.
Aber mache nicht den Fehler und greife wahllos irgendwelche populĂ€ren Themen und Formate in der Social-Media-Landschaft auf. Social-Media-Trendmarketing funktioniert vor allem dann, wenn du relevante Trends wĂ€hlst, auf ein gutes Timing achtest und Trends sorgfĂ€ltig in deine ĂŒbergreifende Strategie integrierst. Schnell, aber ĂŒberlegt zu reagieren, ist eine bessere Devise, als ĂŒberall mitspielen zu wollen.
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